MPN-Lexikon

Wir danken der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe (DLH) für die Zusammenarbeit beim Erstellen dieses Lexikons.

Blutausstrich
Definition:
gleichmäßige, dünne Verteilung von Blut (mit einem geschliffenen Deckglas auf einem Objektträger) zur mikroskopischen Beurteilung und Blutdifferenzierung nach Färbung
Blutbild
Definition:
Bei dem kleinen Blutbild erfolgt die Messung des Blutfarbstoffgehalts (Hämoglobingehalts), Zählung der roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Außerdem werden die Blutplättchen (Thrombozyten) gezählt.
Blutfarbstoff
siehe „Hämoglobin“
Blutgerinnung
Definition:
komplizierter fermentativer Vorgang, der zur Erstarrung des Blutes nach Austritt aus einem Blutgefäß führt:

zunächst zerfallen die Blutplättchen, wobei das Ferment Thrombokinase frei wird – dieses wandelt in Gegenwart von Calcium-Ionen das im Blut vorhandene Prothrombin in das Ferment Thrombin um – dieses bildet aus dem im Blut gelösten Fibrinogen den Faserstoff Fibrin – mit den Blutzellen bildet sich daraus der Blutkuchen (Thrombus), der sich langsam zuzieht und das Blutserum auspresst.

Blutgruppe
Definition:
erbliches Merkmal des Blutes, das jedem Menschen Blutindividualität verleiht

bedingt durch Antigene der roten Blutkörperchen und entgegengesetzte Antikörper im Blutserum – heute werden über 10 verschiedene Blutgruppensysteme unterschieden, dabei finden mehr als 100 Antigen-Blutmerkmale Beachtung. Bei Blutunverträglichkeit verklumpen die roten Blutkörperchen eines Menschen, wenn man sie mit dem Serum eines anderen mischt. Deshalb muss vor Bluttransfusionen immer erst die Blutgruppe des Patienten festgestellt werden, damit das Empfängerblut sich mit dem Spenderblut verträgt (siehe auch „Kreuzprobe“). Haupt-Blutgruppensystem ist das AB0-System mit 4 B., je nachdem, ob in den roten Blutkörperchen die beiden Faktoren A und B einzeln, zusammen oder gar nicht vorhanden sind (A, B, AB, 0) sowie die jeweils entgegengesetzten Antikörper im Serum Anti-A (alpha) und Anti-B (beta).

Blutkonserve
Definition:
ungerinnbar gemachtes, auf Blutgruppen geprüftes, serologisch und bakteriologisch einwandfreies Blut, das durch Blutspenden gewonnen, in Blutbanken aufbewahrt und bei Bedarf für Bluttransfusionen ausgegeben wird
Blutplasma
Definition:
Bestandteil des Blutes (55% des Gesamtblutes), das sich zu mehr als 90% aus Wasser und Eiweißkörpern zusammensetzt
Blutplättchen
siehe "Thrombozyten"; Kleine scheibenförmige Blutbestandteile, die helfen, Wunden zu schließen und Blutungen zu stoppen.
Blutserum
Definition:
ungerinnbares Blutplasma, aus dem das Fibrinogen entfernt wurde (siehe auch „Blutgerinnung“)
Blutstammzell-Ernte
Mobilisierte Blutstammzellen (siehe „Blutstammzelle“) werden mit Hilfe eines Blutzellseparators aus dem Blut abgetrennt und konzentriert.

Der Vorgang dauert 2-4 Stunden. In dieser Zeit werden schrittweise ca. 10 Liter Blut aus einer Armvene oder über einen Venenkatheter in den Blutzellseparator gepumpt und dort prozessiert. Die Stammzellen werden abgetrennt, das bearbeitete Blut wird dem Spender wieder in die Vene zurückgegeben.

Blutstammzelle
die unreifste, „undeterminierte“ oder aber bereits „determinierte“ (auf eine bestimmte Weiterentwicklung festgelegte) Stammzelle der Blutbildung..

Diese Zellen kommen normalerweise nur im Knochenmark vor. Unter bestimmten Bedingungen werden sie ins Blut ausgeschüttet (siehe auch „Blutstammzell-Mobilisierung“).

Blutstammzelltransplantation
Definition:
Übertragung von Blutstammzellen

Die Übertragung von Blutstammzellen selbst erfolgt im Prinzip wie eine Knochenmarktransplantation. Der Hauptunterschied zwischen Blutstammzell- und Knochenmarktransplantation liegt in einer etwas (ca. 1 Woche) rascheren Regeneration der Leukozyten und Thrombozyten. Hieraus resultieren eine raschere Erholung der Patienten und eine geringere Häufigkeit von Infektionen. Es ist denkbar, dass bei allogener Blutstammzelltransplantation die Blutstammzellen wegen ihres im Vergleich zu Knochenmark höheren Gehalts an T-Lymphozyten zu einer höheren Rate an chronischen Graft-versus-Host Reaktionen führen. Letzteres wiederum kann möglicherweise zu einem verbesserten anti-leukämischen Effekt führen.

Candida albicans
Definition:
spezieller Pilz, mit dem sich Transplantierte häufig infizieren. Eintrittspforte sind häufig Schleimhautverletzungen im Mund oder Magen-Darm-Trakt. Als Prophylaxe werden Lutschtabletten oder Suspension empfohlen.
CD
Definition:
Abkürzung für Cluster of differentiation;

Da verschiedene CD-Moleküle jeweils spezifisch für eine bestimmte Sorte oder Entwicklungsstufe von Zellen sind, können sie als Marker verwendet werden, die durch monoklonale Antikörper erkannt werden können. Die Analyse des Expressionsmusters von CD-Molekülen auf Leukämie- und Lymphomzellen spielt eine Rolle bei der Diagnose und Klassifikation von Leukämien und Lymphomen.

CD34
Definition:
ein auf blutbildenden Stammzellen nachweisbares Antigen.

Den Gehalt an Stammzellen im Blut kann man über die Bestimmung der Menge CD34-positiver Blutkörperchen ermitteln. Über diese Bestimmung wird der optimale Zeitpunkt der Stammzellapherese mit dem Zellseparator ermittelt.

chronisch
über lange Zeit bestehend und anhaltend
Chronische Myeloische Leukämie
siehe „Leukämie“
Chronische Myeloproliferative Erkrankungen
Definition:

Dazu zählen u.a. die Polycythaemia Vera (PV), die Essentielle Thrombozythämie (ET) und die Primäre Myelofibrose (PMF) sowie die chronische myeloische Leukämie (CML) deren gemeinsames Merkmal eine Überproduktion von Blutkörperchen bzw. Bindegewebszellen im Knochenmark darstellt.

Ciclosporin A
Definition:

sehr wirksames immunsuppressives Medikament, das zur Vorbeugung einer Graft-versus-Host Erkrankung verabreicht wird. Meist beginnt man mit den Gaben am Tag vor der Transplantation und setzt die Gaben in Abhängigkeit von der individuellen Situation für 3-6 Monate oder länger fort. Das Medikament kann intravenös oder oral in Kapselform verabreicht werden. In hoher Dosierung und bei langfristiger Verabreichung sind seine hauptsächlichen Nebenwirkungen Bluthochdruck, Zittern der Hände und eine Verschlechterung der Nierenfunktion. Damit die toxischen Nebenwirkungen möglichst gering gehalten werden, müssen regelmäßig die Blutspiegel der Substanz bestimmt werden.

Compliance
Definition:
Bereitschaft des Patienten, bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen mitzuwirken oder eine verordnete Therapie einzuhalten

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