MPN-Lexikon

Wir danken der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe (DLH) für die Zusammenarbeit beim Erstellen dieses Lexikons.

G-CSF
Definition:
siehe „Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor“
Ganzkörperbestrahlung
Definition:
(Abk.: TBI) Total body irradiation, Bestandteil zahlreicher Konditionierungsregime, siehe „Konditionierung“
Gen
Erbfaktor, Abschnitt einer Molekülkette,

bestehend aus DNS (= Desoxyribonukleinsäure), der für bestimmte erblich bedingte Strukturen oder Funktionen eines Organismus verantwortlich ist. Die Gene sind die kleinsten chemischen Einheiten, die in sich die verschlüsselte genetische Information (Erbanlage) tragen. Die perlschnurartig aufgereihten Gene bilden die Chromosomen, die sich im Zellkern befinden. Die Gesamtheit der Gene eines Organismus bildet das Genom.

Generika
Definition:
Präparate eines Zweitanmelders mit patentfreien Wirkstoffen, die preisgünstiger angeboten werden als die Originalpräparate.

Der niedrigere Preis für Nachahmerpräparate ist möglich, weil kein Forschungsaufwand finanziert werden muss. Die therapeutisch wirksamen Substanzen in Nachahmer- und Originalpräparaten sind identisch. Unterschiede gibt es bei den Zusatzstoffen, wie z.B. Farbstoffen und Bindemitteln. Unterscheidet sich die Bioverfügbarkeit des Generikums statistisch nicht von der des Originalpräparates, kann von einer therapeutischen Vergleichbarkeit der Präparate ausgegangen werden.

genetisch
Definition:
vererbt, die Vererbung betreffend
Genom
Definition:
die Gesamtheit der genetischen Information, die in einer Zelle enthalten ist, der Chromosomensatz einer Zelle
Gewebemerkmale
Definition:
Merkmale auf den Körperzellen, aufgrund derer das Immunsystem eigenes von fremdem Gewebe unterscheiden kann.

Jeder Mensch besitzt für ihn typische Merkmale. Bei der Stammzelltransplantation kommt es auf eine möglichst genaue Übereinstimmung dieser Merkmale zwischen Spender und Empfänger an.

Gewebsverträglichkeit
Definition:
Übereinstimmung wichtiger Merkmale auf der Oberfläche von Zellen. Nicht gewebsverträgliche Fremdgewebe (z.B. transplantierte Organe) verursachen Abstoßungsreaktionen des Immunsystems.
Globuline
Definition:
weitverbreitete Gruppe von Proteinen – z.B. im Blutplasma
Graft-failure
Definition:
nicht bzw. unzureichendes Angehen der transplantierten Stammzellen
Graft-versus-Host-Disease
Definition:
(Abk.: GvHD) Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung

Reaktion des Transplantates gegen den Empfänger. Das mit einer Fremdspende (z.B. Stammzellen) transplantierte Immunsystem des Spenders kann die Körperzellen des Empfängers als fremd erkennen und dagegen reagieren. Es handelt sich damit um eine umgekehrte Abstoßungsreaktion, siehe „Graft-versus-Host-Reaktion“. Man unterscheidet die akute GvHD in unterschiedlichen Schweregraden (Grad 1-4) von der chronischen GvHD (begrenzte und ausgedehnte Form). Die akute Form beobachtet man in den ersten 2-3 Monaten nach Transplantation, später findet man die chronische Form. Die chronische Form geht oft aus der akuten Form hervor, sie kann aber auch de novo auftreten. An der Haut manifestiert sich die akute GvHD wie ein Sonnenbrand (Rötung, Juckreiz, Hautabschilferung), an den Schleimhäuten kann es zu Entzündungen kommen, an der Leber äußert sie sich wie eine Gelbsucht mit einem Anstieg der Leberwerte und des Gallenfarbstoffes im Blut. Die akute GvHD des Darmes äußert sich in unterschiedlich starkem Durchfall und krampfartigen Bauchschmerzen. In schweren Fällen kann es zu einem Versagen der betroffenen Organe kommen. Zur Therapie werden immunsuppressiv wirksame Medikamente verabreicht (Ciclosporin A, Kortison, Mycophenolatmofetil, ATG).

Graft-versus-Host-Reaktion
Definition:
(Abk.: GvHR) zu Deutsch: Transplantat-gegen-Wirt Reaktion,

hierfür sind T-Lymphozyten des Spenders verantwortlich, die mit dem Transplantat übertragen werden. Sie erkennen ihre neue Umgebung, den Empfänger, als fremd und reagieren dagegen. Die wesentlichen Zielorgane der akuten GvHR sind die Haut, der Darm und die Leber. Wenn die GvHR Krankheitswert bekommt spricht man Graft-versus-Host Disease (GvHD).

Granulozyten
Definition:

Granulozyten sind eine Unterart der weißen Blutkörperchen aus. Man unterteilt sie in:

  • Neutrophile,
  • Eosinophile
  • Basophile.

Die neutrophilen Granulozyten kann man im sog. Differentialblutbild noch weiter unterscheiden in:

stabkernige (frühe Entwicklungsstufe)

segmentkernige (späte Entwicklungsstufe)

Granulozyten bekämpfen bei der körpereigen Immunabwehr vor allem Bakterien, Pilze und Viren. Die eosinophilen und basophilen Granulozyten spielen spielen bei allergischen Reaktionen eine wichtige Rolle. 

 

 

Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor
Definition:
(Abk.: G-CSF) gentechnologisch herstellbarer Wachstumsfaktor, der die Bildung von Granulozyten (eine Form der weißen Blutkörperchen) fördert und zu einer Ausschwemmung von Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut führt.

Dadurch wird die Zeit der Zell-armut nach zytostatischer Therapie verkürzt. Er ist relativ gut verträglich, kann aber bei einem kleinen Teil der Patienten vorübergehend zu Fieber und Gliederschmerzen führen. Die übliche Dosis zur Beschleunigung der Regeneration der Blutbildung nach Chemotherapie liegt bei 5 µg/kg, die Dosis zur Stammzellmobilisierung liegt bei 10 µg/kg Körpergewicht täglich.

Granulozytopenie
Definition:
siehe „Zytopenie“
GvHD
Definition:
siehe „Graft-versus-Host-Disease“
GvHD-Prophylaxe
Definition:

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