MPN-Lexikon

Wir danken der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe (DLH) für die Zusammenarbeit beim Erstellen dieses Lexikons.

B-Lymphozyten
Definition:
auch B-Zellen. Die sogenannten B-Lymphozyten sind für den komplexen Vorgang der Erkennung eines schädlichen Keimes und der Antikörperbildung verantwortlich.

Dabei durchlaufen sie eine Entwicklung von der Stammzelle bis zur Plasmazelle. Auf jedem dieser Entwicklungsschritte können Störungen auftreten, die letztlich zu einer bösartigen Erkrankung der B-Lymphozyten (B-Zell- Lymphome) führen können.

B-Symptomatik
Definition:
Drei Symptome begleiten die MPN-Erkrankungen häufig gemeinsam : Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme
Basophile
Definition:
basophile Granulozyten sind Bestandteile des Blutes und gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie spielen eine Rolle bei allergischen Reaktionen und der Abwehr von Parasiten.
BCR-ABL
Definition:
Fusionseiweiß, das von dem Fusionsgen bcr-abl gebildet wird. Dieses Fusionsgen entsteht durch den Austausch von Genmaterial (Translokation) zwischen den Chromosomen 9 und 22 (siehe „Philadelphia-Chromosom“).
Beckenkamm
Definition:
Oberrand des Beckenknochens
Beckenkammbiopsie
Definition:
Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenknochen mit Hilfe einer geeigneten Nadel
Biopsie
Definition:
medizinische Untersuchung (besonders mikroskopisch) von Gewebsproben, die dem Patienten entnommen werden
Blasten
Definition:
unreife Vorstufen der weißen Blutzellen
Blastenschub
Definition:
massives Auftreten unreifer Blutzellen
Blut
Definition:

die in einem geschlossenen Röhrensystem (Blutgefäßsystem) zirkulierende, von einem Motor (Herz) bewegte Körperflüssigkeit.

Funktionen: Transport von Sauerstoff, Kohlendioxid, Nähr-, Exkret- und Wirkstoffen – Wärmetransport (besonders bei Warmblütern) – Abwehr (Phagozytose, Antikörperbildung) – Wundverschluss – Erhaltung des hydrostatischen Blutinnendrucks.

Zusammensetzung: B. ist eine wässrige Lösung, in der Blutzellen (Blutkörperchen) suspendiert sind. Die Blutflüssigkeit (Blutplasma) enthält 90% Wasser, kolloidal gelöste Eiweiße und Salze. Die Blutkörperchen setzen sich zusammen aus roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) – rote Blutkörperchen enthalten roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) und dienen dem Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport – weiße Blutkörperchen sorgen für die Vernichtung von Fremdkörpern und Bakterien (Eiterbildung), Blutplättchen für Blutgerinnung und Wundverschluss. Die Blutbildung erfolgt im Knochenmark (rote und weiße Blutkörperchen) und im lymphatischen Gewebe (weiße Blutkörperchen). Die Blutmenge beträgt beim erwachsenen Menschen 5–6 Liter.

Blutarmut
siehe „Anämie“
Blutausstrich
Definition:
gleichmäßige, dünne Verteilung von Blut (mit einem geschliffenen Deckglas auf einem Objektträger) zur mikroskopischen Beurteilung und Blutdifferenzierung nach Färbung
Blutbild
Definition:
Bei dem kleinen Blutbild erfolgt die Messung des Blutfarbstoffgehalts (Hämoglobingehalts), Zählung der roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Außerdem werden die Blutplättchen (Thrombozyten) gezählt.
Blutfarbstoff
siehe „Hämoglobin“
Blutgerinnung
Definition:
komplizierter fermentativer Vorgang, der zur Erstarrung des Blutes nach Austritt aus einem Blutgefäß führt:

zunächst zerfallen die Blutplättchen, wobei das Ferment Thrombokinase frei wird – dieses wandelt in Gegenwart von Calcium-Ionen das im Blut vorhandene Prothrombin in das Ferment Thrombin um – dieses bildet aus dem im Blut gelösten Fibrinogen den Faserstoff Fibrin – mit den Blutzellen bildet sich daraus der Blutkuchen (Thrombus), der sich langsam zuzieht und das Blutserum auspresst.

Blutgruppe
Definition:
erbliches Merkmal des Blutes, das jedem Menschen Blutindividualität verleiht

bedingt durch Antigene der roten Blutkörperchen und entgegengesetzte Antikörper im Blutserum – heute werden über 10 verschiedene Blutgruppensysteme unterschieden, dabei finden mehr als 100 Antigen-Blutmerkmale Beachtung. Bei Blutunverträglichkeit verklumpen die roten Blutkörperchen eines Menschen, wenn man sie mit dem Serum eines anderen mischt. Deshalb muss vor Bluttransfusionen immer erst die Blutgruppe des Patienten festgestellt werden, damit das Empfängerblut sich mit dem Spenderblut verträgt (siehe auch „Kreuzprobe“). Haupt-Blutgruppensystem ist das AB0-System mit 4 B., je nachdem, ob in den roten Blutkörperchen die beiden Faktoren A und B einzeln, zusammen oder gar nicht vorhanden sind (A, B, AB, 0) sowie die jeweils entgegengesetzten Antikörper im Serum Anti-A (alpha) und Anti-B (beta).

Blutkonserve
Definition:
ungerinnbar gemachtes, auf Blutgruppen geprüftes, serologisch und bakteriologisch einwandfreies Blut, das durch Blutspenden gewonnen, in Blutbanken aufbewahrt und bei Bedarf für Bluttransfusionen ausgegeben wird
Blutplasma
Definition:
Bestandteil des Blutes (55% des Gesamtblutes), das sich zu mehr als 90% aus Wasser und Eiweißkörpern zusammensetzt
Blutplättchen
siehe "Thrombozyten"; Kleine scheibenförmige Blutbestandteile, die helfen, Wunden zu schließen und Blutungen zu stoppen.
Blutserum
Definition:
ungerinnbares Blutplasma, aus dem das Fibrinogen entfernt wurde (siehe auch „Blutgerinnung“)

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