MPN-Lexikon

Wir danken der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe (DLH) für die Zusammenarbeit beim Erstellen dieses Lexikons.

CRP
Definition:
C-reaktives Protein, Bluteiweiß, dessen Wert bei Entzündungen ansteigt
Cyclophosphamid
Definition:
Zytostatikum mit starker antiproliferativer und immunsuppressiver, aber geringerer stammzelltoxischer Wirkung. Es ist Bestandteil zahlreicher Konditionierungsregime vor Stammzelltransplantation.
Differentialblutbild
Definition:
Auflistung der verschiedenen Leukozytenarten (siehe auch „Leukozyten“). Im normalen D. können drei große Gruppen von Leukozyten unterschieden werden: die Granulozyten, die Monozyten und die Lymphozyten.
Differentialdiagnose
Definition:
Abgrenzungsdiagnose. Diagnose, die aufgrund des klinischen Untersuchungsbefundes auch in Frage kommt und durch weitere Merkmale ausgeschlossen werden muss.
Donor
Spender
Donor-Lymphozyten-Infusion
Begriff für:
(Abk.: DLI) zu Deutsch: Spender-Lymphozyten-Infusion.

Zur Stimulation der vom Stammzell-Spender herrührenden Immunabwehr können nach Stammzelltransplantation Lymphozyten des ursprünglichen Spenders übertragen werden. Man erhofft sich hierdurch eine verstärkte Wirkung gegen eine Leukämie oder gegen den Tumor des Empfängers (Patient). Man nennt diese Wirkung Transplantat-gegen-Leukämie Reaktion (engl.: Graft-versus-Leukemia Reaction, GvL) oder Transplantat-gegen-Tumor Reaktion (engl.: Graft-versus-Tumor Reaction, GvT). Die DLI wird zur Behandlung eines Rückfalls nach Stammzelltransplantation eingesetzt. Bei einigen Bluterkrankungen sind die Ergebnisse hiermit sehr gut, z.B. bei der chronischen myeloischen Leukämie (CML). Ein Nachteil der Methode ist die häufig verursachte Graft-versus-Host Erkrankung.

Doppelblinde Studie
Definition:
besondere medizinische Studie

Weder der Patient noch der Prüfer weiß, ob der Patient die zu testende Substanz, das Vergleichspräparat oder ein Scheinmedikament (Placebo) erhält. Um in medizinischen Notfällen ermitteln zu können, welche Studienmedikation der Patient einnimmt, muss für jeden Studienteilnehmer ein versiegeltes Kuvert beim Arzt hinterlegt werden, aus dem nach Öffnung hervorgeht, in welcher Gruppe er sich befindet. Die Aussagekraft einer doppelblinden Studie ist im Vergleich zur offenen (siehe auch „Offene Studie“) oder einfachblinden Studie (siehe auch „Einfachblinde Studie“) weitaus höher einzuschätzen. Diese Studienanordnung entspricht dem derzeitigen wissenschaftlichen Standard.

Dysfunktion
Definition:
unangemessen oder nicht richtig arbeitend
Dysplasie
Definition:
Fehlgestaltung. U.a. können entartete Zellen „dysplastisch“, d.h. fehlgestaltet, aussehen. Bei Zellen äußert sich die Dysplasie vor allem darin, dass es nicht zu einer normalen Ausreifung (Differenzierung) kommt.
dys…
Definition:
Vorsilbe mit der Bedeutung »nicht der Norm entsprechend«, »krankhaft«, »miss… «
Einfachblinde Studie
Definition:
besondere medizinische Studie

Im Gegensatz zum Prüfarzt weiß der Patient nicht, welche Studienmedikation er erhält. Die einfachblinde Studie wird selten angewendet, da sie alle Nachteile der offenen Studie (siehe auch „Offene Studie“) und keine Vorteile der doppelblinden Studie (siehe auch „Doppelblinde Studie“) aufweist.

engraftment
Definition:
Angehen des Transplantates
Enzyme
Definition:

Fermente, Biokatalysatoren, Protein-Katalysatoren, durch deren Wirkung die gesamten chemischen Umwandlungen im Organismus ermöglicht werden (Stoffwechsel). Fast für jede Reaktion haben die Zellen eines Organismus ein besonderes Enzym – Enzymgemische werden z.B. von der Magen-Darm-Schleimhaut, von Leber, Galle und der Bauchspeicheldrüse produziert.

Eosinophile
Definition:
weiße Blutkörperchen, die kleine hellrotgefärbte Zelleinschlüsse aufweisen
Epidemiologie
Definition:
Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten in Bevölkerungsgruppen; arbeitet mit statistischen Methoden, z.B. um Hinweise auf Krankheitsursachen und Risikofaktoren zu gewinnen.
Epo
Abkürzung für:
Erythopoetin
Erythropoese
Definition:

Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten).

Erythropoetin
Definition:
in der Niere gebildeter, heute gentechnologisch herstellbarer und als Medikament verfügbarer Wirkstoff, der auf dem Blutwege die Bildung von roten Blutkörperchen anregt. Bei bestimmten Formen von Blutmangel wird dieser Stoff verabreicht.
Erythrozyten
Definition:

auch „Ery‘s“ genannt – die roten Blutkörperchen. Die Erythrozyten machen den Großteil der zellulären Blutbestandteile aus. Die Erythrozyten werden im Knochenmark gebildet und haben im Blut keinen Zellkern mehr. Dort haben sie beim Gesunden eine Lebenserwartung von ca. 120 Tagen. Die Erythrozyten enthalten das Hämoglobin (kurz Hb). Der Hämoglobingehalt im Blut ist eine wichtige Messgröße, die darüber Auskunft gibt, ob bei einem Patienten z.B. eine Anämie (Blutarmut) oder eine Polyglobulie oder Polyzythämie (zu viel Blutzellen) vorliegt. Die Funktion des Hämoglobins und damit auch der Erythrozyten ist der Transport von Sauerstoff, der in den Lungen aufgenommen wird. Die Zellhaut der Erythrozyten trägt die verschiedenen Blutgruppenmerkmale (A, B, AB und 0) sowie die Rhesusfaktoren positiv (Rh+) und negativ (Rh-), siehe auch „Blut“.Referenzwerte:Männer 4,5-6,3 Millionen/mm3Frauen 4,2-5,5 Millionen/mm3

Erythrozytenkonzentrate
Definition:
Bluttransfusion mit konzentrierten roten Blutkörperchen; werden bei schwerer Anämie verabreicht.